Lokale Teams bringen Hilfe zu den Betroffenen
Nepal
Bislang konnten mehr als 500 Menschen mit Lebensmitteln versorgt und 15 Familien mit warmen Decken unterstützt werden. Die Hilfe geht weiter: Unsere lokalen Teams versuchen, weiter in die schwer betroffenen Gebiete des Himalaya vorzudringen und gezielt benachteiligte und bislang übersehene Gruppen zu erreichen.
Die verheerende Sturzflut traf besonders die Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading. In den Bergregionen rissen die Wassermassen Häuser, Straßen und Brücken mit sich oder begruben sie unter Schlamm, Sand und Geröll. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben oder werden noch vermisst, viele weitere haben ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren. Das volle Ausmaß der Katastrophe ist weiterhin schwer abzuschätzen, da einige der am stärksten betroffenen Gebiete noch immer nur schwer erreichbar sind.
Pastor David und Pastor Chetrai (im Bild) besuchen die von der Sturzflut betroffenen Gebiete in Nepal.
Was ich sah, war weit mehr, als ich mir vorgestellt hatte“
, berichtet Pastor David nach einer Reise von Kathmandu in Richtung Rasuwa.
David berichtet von einem dreistöckigen Gebäude am Fluss, das fast vollständig unter Sand, Schlamm und Geröll begraben war – nur noch der obere Teil war zu sehen. An anderen Stellen seien Häuser so vollständig verschwunden, dass kaum noch zu erkennen sei, wo sie einmal gestanden hätten.
Auch Christen und Gemeinden sind schwer betroffen
Bereits kurz nach der Katastrophe erreichten uns Berichte über das Ausmaß der Zerstörung unter den christlichen Gemeinden: 11 Kirchengebäude wurden von den Fluten weggerissen. Nach ersten Informationen unserer Mitarbeiter vom 28. August befanden sich unter den damals Vermissten auch mehr als 300 Glaubensgeschwister.
Inzwischen erreichen uns weitere Berichte von betroffenen Christen und Gemeinden. Auf seiner Reise besuchte David einige von ihnen und hörte ihre Geschichten. Besonders erschütternd ist das Schicksal eines etwa 37-jährigen Pastors: Er hatte seinen siebenjährigen Sohn zur Schule gebracht. Währenddessen wurde sein Haus von der Flut erfasst. Seine Frau und weitere Familienangehörige kamen ums Leben.
Auch weiterhin möchten wir die betroffenen Christen und Gemeinden begleiten und über ihre Situation berichten.
Besondere Not in den Bergregionen
Besonders schwierig ist die Situation in den schwer erreichbaren Gebieten des Himalaya. Straßen und Brücken wurden zerstört, einige der am stärksten betroffenen Orte sind auf dem Landweg weiterhin kaum oder gar nicht erreichbar. Hubschrauber spielen deshalb bei der Rettung von Menschen und beim Transport dringend benötigter Hilfsgüter eine wichtige Rolle.
Nach rund fünf Stunden Fahrt von Kathmandu erreichte David eine Stelle, an der die Hauptstraße in Richtung Rasuwa vollständig weggespült worden war. Die am schwersten betroffenen Gebiete konnte er deshalb noch nicht erreichen.
Eine provisorische Ausweichroute ist zwar vorhanden, doch die Fahrt über schmale und schlammige Straßen ist äußerst schwierig. Für eine Strecke, die normalerweise etwa drei Stunden dauert, werden derzeit 10 bis 13 Stunden benötigt.
Gleichzeitig wächst der Zeitdruck: Mit dem Ende der Monsunzeit werden die Temperaturen in den Bergregionen sinken. Viele Menschen haben kein Zuhause mehr. Neben sauberem Trinkwasser und direkt verzehrbaren Lebensmitteln werden deshalb besonders Notunterkünfte, Decken, warme Kleidung sowie medizinische und Hygieneartikel benötigt.
Lokale Teams weiten ihre Hilfe aus
Unsere lokalen Teams besuchen betroffene Familien und Notunterkünfte, ermitteln den konkreten Bedarf und organisieren weitere Hilfsmaßnahmen.
Am 9. September konnte eines der Teams fünf Notunterkünfte in Nuwakot mit Lebensmitteln versorgen. Mehr als 500 Überlebende der Sturzflut wurden damit erreicht. In einer weiteren Region erhielten 15 Familien warme Decken.
Zu Beginn unserer Hilfsaktion stand besonders die Not christlicher Familien im Mittelpunkt, zu denen unsere Partner persönliche Kontakte haben. Diese möchten wir auch weiterhin begleiten. Vor Ort wurde jedoch deutlich, dass auch viele andere Menschen dringend Unterstützung benötigen.
Deshalb haben unsere Partner ihren Ansatz erweitert: Wir möchten Menschen entsprechend ihrer Not helfen – unabhängig von ihrer religiösen oder gesellschaftlichen Zugehörigkeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, benachteiligte und bislang übersehene Gruppen zu erreichen.
Abgelegene Familien, kleine Siedlungen, arme Haushalte und gesellschaftlich benachteiligte Menschen können bei großen Hilfsverteilungen leichter übersehen oder bei der Verteilung von Hilfsgütern benachteiligt werden. Unsere Teams suchen deshalb gezielt nach solchen Versorgungslücken. Die entscheidende Frage die sie sich stellen:
Wer erhält noch keine Hilfe?“
Unsere bisherige Hilfe
Dank der eingegangenen Spenden konnten unsere lokalen Teams bislang:
- mehr als 500 Menschen in fünf Notunterkünften mit Lebensmitteln versorgen,
- 15 Familien mit warmen Decken ausstatten,
- betroffene Familien und Gemeinden besuchen und ihren konkreten Hilfsbedarf ermitteln,
- weitere Hilfsmaßnahmen für schwer erreichbare und bislang unzureichend versorgte Menschen vorbereiten.
Die Hilfe geht weiter. Benötigt werden insbesondere sauberes Trinkwasser, direkt verzehrbare Lebensmittel, Notunterkünfte, Decken und warme Kleidung sowie medizinische und Hygieneartikel.
Bitte betet für die betroffenen Familien und Gemeinden und für unsere lokalen Teams vor Ort. Vielen Dank an alle, die diese Hilfe durch ihre Spende ermöglichen.
Verwendungszweck: 80-020-00 Humanitäre Hilfe -Nepal-