
Ethnisch setzt sich die Bevölkerung aus Nachkommen europäischer Einwanderer (88 Prozent), Mestizen (8 Prozent) und Nachkommen afrikanischer Sklaven (4 Prozent) zusammen. Die europäischen Einwanderer kamen aus Spanien und zu einem großen Teil auch aus Italien, darüber hinaus auch aus deutschsprachigen Ländern.
Sozioökonomisch ist Uruguay eines der lateinamerikanischen Länder mit dem größten Anteil der Mittelklasse an der Bevölkerung. Ein weitgehend europäisch beeinflusster Wohlfahrtsstaat sorgte bis Anfang der 1960er Jahre für einen relativ ausgeglichenen Lebensstandard, danach begann die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderzuklaffen.
Neben der Viehzucht wird der Anbau von Zuckerrohr und Zuckerrüben, Weizen, Reis, Sorghum, Tomaten und Mais betrieben. Jährlich werden etwa 130.000 Tonnen Fisch gefangen und mehr als 4 Millionen Kubikmeter Holz gewonnen. Jährlich werden in Uruguay etwa 1,1 Millionen Hektoliter Wein erzeugt, der zum überwiegenden Teil im eigenen Land konsumiert wird.
Lediglich fünf Prozent (2000) der Gesamtfläche Uruguays sind bewaldet. Der Holzeinschlag wird hauptsächlich für die Produktion von Brennstoff verwendet.
Auf etwa 10.000 Hektar findet auch Weinbau in Uruguay statt.
Mit der Verfassung von 1967 wurde eine demokratische, rechtsstaatliche Präsidialrepublik verankert. Der Staatsaufbau ist zentralistisch, die 19 Provinzen (Departamentos) haben nur eine geringe Selbstverwaltung. Die Hauptstadt Montevideo, in der knapp die Hälfte der Uruguayer lebt, dominiert das wirtschaftliche und kulturelle Geschehen. Uruguay ist eine parlamentarische Demokratie, in welcher Parteienpluralismus herrscht.
Seit 1916 herrscht Trennung zwischen Kirche und Staat, die Glaubensfreiheit ist in der Verfassung festgeschrieben. Die römisch-katholische Kirche als Institution hat – untypisch für Lateinamerika – relativ wenig Einfluss in der Gesellschaft. Etwa 74 % der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben, 2 % zum Protestantismus, 2 % zum Judentum und 21 % gehören zu einer anderen oder gar keiner Religion. Etwa die Hälfte der Bevölkerung übt die Religion nicht aus. Der Nationalheilige Uruguays ist Jakobus, Sohn des Alphäus.