
Ich heiße Svetlana Rabokon. Geboren wurde ich 1962 in der Republik Kasachstan. 1974 zogen wir mit meinen Eltern in die Ukraine, nach Odessa. In Odessa beendete ich die Schule und machte im Anschluss eine Ausbildung zur Bibliografin. 1990 nahm ich mit meinem Herzen und dem Verstand Gottes große Gnade – die Rettung durch Vergebung der Sünden an. Bis zu meiner Ausreise nach Deutschland, im Jahr 2003, war ich Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Brüdergemeinde in Odessa. 2000 absolvierte ich die „Donezker Christliche Universität". Mein Dienst war schon immer unter Kindern und Jugendlichen. Zwei Jahre lang (2001-2003) unterrichtete ich an einer Schule in Odessa christliche Ethik. Doch der Herr öffnete für mich immer neue Möglichkeiten in seiner Nachfolge.
Im Herbst 2002 besuchte ich zum ersten Mal das Schulinternat im Gebiet Odessa, Bezirk Kotovskoje, Station Borschi. Das Internat ist für Kinder, die zum Teil oder auch ganz verwaist sind. Mein Ziel war es, einige Kinder während ihrer Herbstferien mit nach Hause zu nehmen. Obwohl das Internatsgelände ziemlich groß ist, war nirgends auch nur ein Kind zu sehen. Ich ging in das Wohnheim der Kinder, aber auch hier war es still. Nur am Ende des Flures schien der Fernseher zu laufen. Leise öffnete ich die Tür und trat ins Zimmer, wo sich einige dutzend Kinder befanden. Sie drehten sich sofort zu mir um. Ihre Blicke waren eigenartig. Sie bewerteten mich nicht, warteten auch nicht auf Bonbons oder süße Kekse. Es war der Blick, der deutlich ausdrückte: „Wähle mich!"
Auf meine Frage, ob das alle Internatkinder seien, antworteten mir die Kinder: „Nein, wir sind die, die niemals von jemanden abgeholt werden." In diesem Moment klopfte Gott an meinem Herzen so sehr an, dass ich bis heute mit diesem Gefühl des Schmerzes und gleichzeitiger Freude lebe, dass Gott mich zu denen geführt hat, die niemand jemals mit nach Hause nimmt, wo die Kinder die Liebe und den Schutz spüren könnten. Anfangs gelang es mir nicht, mich mit allen Kindern zu unterhalten. Doch ein halbes Jahr später erlaubte mir die Internatsleitung, durch Gottes Eingreifen, mich mit allen Schülern des Internats über biblische Themen zu unterhalten.
Ein weiteres halbes Jahr später zog ich nach Deutschland. Doch auch hier führte mich Gott auf seinem Weg zu diesen Kindern. Im Laufe der drei Jahre, die ich mittlerweile in Deutschland lebe, hatte ich die Möglichkeit, jedes halbe Jahr für ein paar Wochen zu den Kindern ins Internat zu fahren. Mit Erlaubnis der Internatsleitung wohnte ich in der Zeit mit den Kindern zusammen. Dies brachte neuen Segen. Tagsüber hatte ich mit den Kindern Gespräche über biblische Themen. Und an den Abenden trafen wir uns in Gruppen, um gemeinsam nachzudenken und die persönlichen Erlebnisse auszutauschen. Die Kinder fingen an mit mir zusammen zu beten. Jeden Abend kamen mehr und mehr Kinder dazu. Diesem Dienst schlossen sich Geschwister aus der Brüdergemeinde in Odessa und später eine Jugendgruppe der Brüdergemeinde Heilbronn an.
Vor einem halben Jahr, als ich wieder zum Dienst unter den Kindern in der Ukraine war, lud mich die Internatsleitung offiziell als geistliche Lehrerin ein, damit die Kinder nicht nur die biblischen Geschichten kennen, sondern auch lernen, das Gehörte im Leben anzuwenden. Durch die Gebete meiner deutschen Heimatgemeinde (Evangeliums-Christengemeinde Marzahn-Hellersdorf/Berlin) und durch einzelne Freunde hat Gott mein Herz für die Missionsarbeit offen gemacht. Er selbst ist es, der mich führt und vor mir her geht. Es ist kein leichter Weg, aber ich bin für all die Segnungen der vergangenen vier Jahre dankbar.
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Hier ein Bericht über die Arbeit von Svetlana)