Jakob und Natalia Tiessen

Der Weg zu Gott

Jakob und Natalia Tiessen mit Bianca, Patrick, Kristian und Elias

Meine Kindheit wurde durch zwei Vorbilder geprägt. Positiv prägte mich das Vorbild meiner Mutter, Hingabe und Treue Gott gegenüber, unabhängig von den Umständen des Lebens. Aber auch das negative Vorbild meines Vaters prägte mich. Alkohol und als Folgen Schimpfworte und Schlägereien gehörten bei uns zur Tagesordnung.   

Als Kind, noch im Vorschulalter, traf ich eine Entscheidung, die ausschlaggebend auf dem Weg zu Jesus war. Die Entscheidung lautete: „Ich will so sein wie meine Mutter und nicht wie mein Vater“.     

Ich, Jakob Tiessen, bin heute ein Diener Gottes, von Gott auserwählt, durch die Gemeinde ausgesandt und zurzeit Missionar der Missionsgesellschaft To All Nationsl.  Wie schon erwähnt war meine Mutter eine entschiedene Christin. Sie hat alle Möglichkeiten genutzt, um uns Kinder mit Gott und den biblischen Geschichten bekannt zu machen. Es gab einfach keinen Grund, um einen Gottesdienst zu verpassen. So nahm sie uns Kinder, ob Regen oder Schnee, ob müde oder krank, ob Mittwoch, Samstag oder Sonntag, an die Hände und wir gingen alle gemeinsam zum Gottesdienst. Somit wurde ich erstens immer mehr mit dem Evangelium bekannt, zweitens bekam ich immer mehr Freunde aus christlichen Familien. Mit der Zeit wurde mir klar: es gibt ein Wendepunkt im Leben und der heißt Bekehrung.     

Wir waren eine Gruppe, ungefähr zehn Jungs aus christlichen Familien, die sich sonntäglich nachmittags versammelte, um etwas zu unternehmen. Die Zeit miteinander machte viel Spaß. Unter anderem sprachen wir auch ab und zu über unseren Glauben und dass man sich bekehren muss. So ernst habe ich die Gespräche nicht genommen… bis auf den einen Tag! An dem Tag bekehrten sich mein Bruder und einige meiner Freunde. Ich war in Panik, warum haben die mir nichts gesagt? Was wird jetzt mit mir?     

Die nächsten Wochen bei unseren Treffen musste ich immer wieder daran denken: „Wir sind alle gleich und trotzdem ist da ein Unterschied“. Ich dachte, wenn Jesus kommt, sind die Bekehrten bereit und ich nicht. Obwohl ich zu der Zeit erst zehn Jahre alt war, war dies ein Monat, wo ich intensiv über die Zukunft nachdenken musste: „Bin ich bereit?“ lautete die frage, die ich mir immer wieder stellte. Ungefähr acht Wochen später sagte unser Gemeindeleiter am Ende des Gottesdienstes: „Wer bekehrt ist soll doch für ein Gespräch zurückbleiben“, jetzt war ich geschlagen. Die sind schon Bekehrt und werden noch weiter vorbereitet - und ich? Aber Gott sei Dank, der Gemeindeleiter sprach weiter: „Aber wen jemand da ist der sich bekehren will soll nicht weggehen, sondern bleiben“, weiter wollte ich nicht warten. An dem Nachmittag, am 26 Februar 1978, habe ich mich für ein Leben mit Gott entschieden. Die Freude der Vergebung meiner Sünden, die Sicherheit meiner Zukunft erfüllten mein Herz. Ich lief schnell nach Haus um es meiner Muter als erste mitzuteilen. Ich Fand sie im Stall beim Kuhmelken. Wir umarmten uns und dankten Gott für das freudige Ereignis.   

Die Zeit nach meiner Bekehrung war durch Höhen und Tiefen, Frömmigkeit und Ungehorsam gekennzeichnet. In der Schule benahm ich mich schlecht, aber in der Kirche war ich einer von den Besten. Und wieder war es meine Mutter die mich durch beten und flehen auf dem Weg der Nachfolge begleitete und mich vor Sünden bewarte.     

Gott wirkte in unseren Herzen weiter. So begannen wir in unserer Gruppe für unsere Freunde, die noch nicht bekehrt waren, zu beten. Nach einer Zeit begangen wir für Missionare zu beten. Ich denke es waren wesentliche Schritte der Vorbereitung zum heutigen Dienst. Sehr prägend für meinen jetzigen Dienst war die Zeit beim Militär. In diesen zwei Jahren lernte ich auf Gott zu vertrauen. Die rolle des Gebetes im Leben habe ich da praktisch erkannt. Nach dem Militärdienst, im Jahr 1989, lies ich mich Taufen. Der Entschluss Jesus Christus durch die Taufe öffentlich zu bezeugen war eine Herausforderung aber auch eine Bestätigung für mich.  Kinderstunden, Jugendstunden und Predigtdienste wurden mir anvertraut. Schritt für Schritt durfte ich in die Dienste wachsen.   

August 1990 kamen wir nach Deutschland. Auch hier lies Gott mich nicht ohne Arbeit, ich durfte die Dienste weitermachen. Aber mir wurde immer deutlicher: Gott hat etwas mit mir vor. So fand ich mich im September 1991 in der Bibelschule Brake wieder. Dass das eine besondere Zeit des Segens Gottes war, brauch ich wahrscheinlich nicht erklären. Hier wurden die Fundamente meines Glaubens gestärkt, die Berufung wurde fest, die Ausrüstung für die Zukunft wurde sicher. Während meiner Bibelschulzeit machte ich ein Praktikum in Russland. Mir wurde klar, dass Gott mich zurück nach Russland ruft, ich wusste nur noch nicht wohin.    1995 Februar bin ich das erste mahl als Missionar nach Russland ausgereist. „Christliche Freizeiten International“ sandte mich in die Kinder- und Jugendfreizeitarbeit in den Süden Russlands, nach Annapa. Fünf Jahre durfte ich in dieser Arbeit Gott dienen. Während dieser Zeit lernte ich meine jetzige Frau Natalia kennen. Es ist ein Segen und eine Bestätigung zugleich auf dem Missionsfeld den zukünftigen Partner zu finden. Die erste zwei Kinder, Kristian 1998 und Bianka 2000, kamen in dieser Zeit zur Welt. Für eine kurze Zeit reisten wir zurück nach Deutschland. 2001 waren wir wieder in Russland für 9 Monate, in der gleichen Arbeit, nur in einer anderen Stadt, St. Petersburg. Ausgesandt durch LOGOS international. Da meldete sich unser drittes Kind, Elias, und wir entschlossen uns zurück nach Deutschland zu kommen. Gemeindearbeit und zugleich Gemeindegründungsarbeit so wie weitere Seminare in Russland waren meine Dienste für die nächsten Eineinhalb Jahre.   

August 2003 sind wir von der Gemeinde Eickhorst durch die Missionsgesellschaft LOGOS International erneut in die Ukraine ausgesandt worden. Ich übernahm die Gemeindegründungsarbeit in Kutusowka. Eine junge Gemeinde, drei Jahre alt, mit ca. 80 Mitgliedern. Da das Durchschnittsalter der Gemeindeglieder bei 48 Jahre lag, war es eine große Umstellung, eine Herausforderung für uns als Familie. Vorher waren wir ja mehr in der Kinder- und Jugendfreizeitarbeit tätig.   

Bei den meisten Gemeindemitgliedern fehlte es an einer festen Glaubensgrundlage, das biblische Gemeindeverständnis war für viele immer noch fremd. Die meisten Mitglieder haben mit einer noch nicht aufgearbeiteten Vergangenheit zu tun. Dazu die Problem mit der schwachen sozialen Situation, keine Arbeitsstelle, Krankheiten, das Geld reicht nicht aus für das Notwendigste. Diese Umstände stellten stellte uns vor neuen Aufgaben.   

Organisieren, strukturieren, schulen, predigen, unterweisen, ermahnen, helfen, Gottesdienste, Bibelarbeiten, persönliche Gespräche, Betreuung, praktische Arbeit, humanitäre Hilfe. Nach einer kurzen Zeit fanden wir uns mitten in all diesen Aufgaben wieder. 

 

Unsere Ziele für heute:

- Mitarbeiter schulen und neue gewinnen

- Dienste der Gemeinde fördern und erweitern 

- Beziehungen mit Menschen pflegen und neue aufbauen

 

Zurzeit gibt es bei uns folgende Dienste:

- Sonntagsgottesdienste und Bibelarbeiten in der Woche 

- Kinderstunden an verschiedenen Orten 

- Jungschararbeit (noch ausbaufähig) 

- Sänger- und Musikgruppe 

- Frauenstunden   

- Dienst der Barmherzigkeitsgruppe 

- Kinder- und Jungscharfreizeiten (Sommer) 

- Männerstunden (Anfangsphase)    

 

Dienste die in Kürze entstehen sollten:

- Jugendarbeit 

- Familiendienst   

 

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