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„…auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt"
(Prediger 3,11)

Familie Germanov


Den Herrn geweiht

Familie Germanov

Stepan Germanov wurde im August 1967 im Süden Moldawiens geboren. Seine Eltern, bulgarischer Herkunft, waren froh über die Ankunft ihres Sohnes. Doch diese Freude wurde schon bald von großen Sorgen und Bangen um das Leben des Jungen überschattet.

Stepans Eltern hatten erst vor Kurzem Gott durch die christlichen Radiosendungen erlebt und vertrauten im Glauben ihr Leben Jesus Christus als Herrn und Heiland an. Desto mehr suchten sie bei dem Himmlischen Vater „Rat und Hilfe“ als man ihnen sagte, dass der kleine Stepan nicht lange leben würde.

Vor allem die Mutter kämpfte um das Leben des Kindes und eines Tages, als sie vor Verzweiflung nicht mehr weiter wusste, weihte sie ihren Sohn dem Herrn: „Herr, wenn du Stepan am Leben erhältst, soll er dein Diener sein!“ … und Gott erhörte dieses Gebet durch das Leid der geprüften Eltern - ihr Sohn blieb am Leben! Am 25. Mai hat 1984 hörte er während einer Jugendveranstaltung Jesu klaren Ruf zur Umkehr und Buße und begann nach seinem Wort zu leben. Im Juli nächsten Jahres ließ er sich zusammen mit seiner Ehefrau, Nadeshda, in der Evangeliumschristen-Baptistengemeinde in Tiraspol taufen.

Missionarisch aktiv

Missionarisch aktiv

In den Jahren danach, wurde Stepan mit unterschiedlichen Diensten in der Gemeinde betraut. Eine Zeitlang, 1988 - 1990, war er Jugendleiter. Während dieser Zeit evangelisierte er zusammen mit der Jugend in vielen Dörfern. Sie hielten Freiversammlungen in den Parken, nutzten unzählige Gelegenheiten und sprachen mit wartenden Menschen an den Haltestellen. Durch den Verkündigungsdienst wuchs die Arbeit so schnell, dass es notwendig erschien in Pridnestrovje eine Erweckungsmission ins Leben zu rufen. Dieses geschah in Zusammenarbeit mit der Bibelmission. Während der nächsten 5 Jahre leitete Stepan diese missionarische Arbeit an. Der Herr segnete den Einsatz so, dass um Tiraspol herum erst einige Hauskreise entstanden, aus denen später wachsende Gemeinden wurden.

 

Erinnerungen an den Krieg

Erinnerungen an den Krieg

Wenn man Nadeshda und Stepan über ihre Erinnerungen reden hört, glaubt man es war erst gestern:

„Wir als Familie erlebten die Kriegsereignisse der 90 Jahre hautnah. Es war grausam zu beobachten, wie die meisten Menschen mit unbeschreiblichen Schrecken jedem neuen Tag entgegen bangten. Ohne Mittel zum Überleben, hungrig und arbeitslos verfielen viele Transnistrier dem Alkohol und stillten ihren Kummer und ihre Verzweiflung mit Drogen. Sie wurden immer böser. Ihr Unmut der Weltgemeinschaft gegenüber wuchs-- weil sie sich im Stich gelassen fühlten. Die Aggressionen spielten sie aber untereinander aus. Nicht selten setzten sie dabei auch Waffen ein, die das Militär „zurückgelassen“ hatte. Es geschahen unzählige Verbrechen und Morde. Unter diesen Menschen lebend, sahen wir den Kummer und das Leid, die Enttäuschung und den Verlust, aber auch die schlimmste unter den Krankheiten – die Hoffnungslosigkeit.

Das trieb uns zum Handeln und Dienst. Mit der „Guten Nachricht“ gingen wir zu den Menschen, die den Glauben an eine bessere Zukunft verloren hatten, die kein Ziel und keine Hoffnung mehr hatten und somit völlig verzweifelt waren. Erstaunliche Segnungen erleb ten wir in jenen Tagen, als wir den Menschen in ihrem Überlebungskampf halfen. „Brot und Wort“ so hieß unsere Devise und so handelten wir. In der einen Hand hielten wir das Brot und brachten hungrigen Menschen Grundnahrungsmittel und Bekleidung. Und in der anderen Hand hielten wir das Wort der Hoffnung, das Brot des Lebens, um den geistlichen Hunger der Menschen in einer Begegnung mit Christus zu stillen. Wir veranstalteten Evangelisationen, führten persönliche Gespräche und beteten mit den Menschen. Wir zeigten ihnen christliche Filme und nahmen uns auch Zeit für die Kinder. Viele Menschen fanden durch „Brot und Wort“ den Sinn ihres Lebens und somit Halt und Gewissheit in Jesus Christus.“

 

Die neue Herausforderung

Die neue Herausforderung

Doch nun steht die Familie vor einer neuen Herausforderung: Sie wissen sich nämlich nach Transnistrien berufen, um dort Menschen, die in den letzten Jahren viel Elend und Not erlebt haben das Licht des Evangeliums zu bringen. Vor allem bewegt sie die Tatsache, dass eine Reihe von Gemeinden in Transnistrien durch die Auswanderungswelle hirtenlos geblieben ist, was nicht zuletzt zur „geistlichen Verwüstung“ beiträgt. Dieser Entwicklung tatenlos zuzusehen fällt Germanovs besonders schwer:

„Während unsres Aufenthalts in Amerika haben wir regelmäßig für Transnistrien gebetet und durch prak­tische Hilfe bedürftigen Menschen dieser Region gehol­fen. Doch das scheint unter den gegebenen Umständen ungenügend zu sein. Wir sehen, dass die Situation sich nicht zum Besten verändert. Es jammert uns zuzusehen, wie Menschen ohne „Brot und Wort“ zugrunde gehen. Während des letzten Jahrzehnts hat die Verkündigung des Evangeliums nicht aufgehört, doch werden die Reihen der treuen Diener in Transnistrien immer dünner. In der Gewissheit, dass der Herr uns „zurück zu seinen Brüdern sendet“, wollen wir den Umzug von Amerika nach Pridnestrovje wagen. Wir sind uns dessen bewusst, dass Schwierigkeiten und Probleme uns schon bald einholen werden, und dennoch sind wir bereit, dem Ruf Gottes Folge zu leisten und den Dienst in dieser durch Dunkelheit geprägten Region zu verrichten. So bedeutet Rückkehr eigentlich ein Schritt nach vorne und somit in die rechte Richtung.“

 

Missionsarbeit in den USA

Missionsarbeit in den USA

Die letzten 11 Jahre verbrachten Germanovs zusammen mit ihren drei Kindern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier setzten sie sich ebenfalls energisch für die Sache des Herrn ein. Als Familienvater ging Stepan seinem bürgerlichen Beruf als Elektriker nach und nutzte viele Gelegenheiten seinen Glauben zu bezeugen. Als Bruder im Herrn, diente er treu in der Gemeinde. Und in seiner „freien Zeit“ telefonierte er viel und sprach mit anderen Christen über konkrete Missionsfelder und Missionare. So gelang es ihm, andere, in der Regel noch missionarisch inaktive Christen, für die Mission zu begeistern. So entstand in seinem Wohnzimmer eine kleine „Missionsgesellschaft“, die regelmäßig zehn bis fünfzehn Missionare in verschiedenen Teilen der ehemaligen Sowjetunion unterstützte. Nadeshda genoss dabei ihre Mutterrolle und sorgte um die Belange der Familie. Doch sie fand auch Zeit, um sich in der Gemeinde und in der christlichen Schule zu engagieren.

Seit 2005 haben Stepan und Nadeshda auch besonders aktiv beim Aufbau des LOGOS Mininstries USA mitgewirkt, mit dem Ziel die slawischen Gemeinden in den USA zum missionarischen Handeln zu ermutigen.

 

Ziele

Ziele

In ihrem Missionsdienst konzentrieren sich Germanovs primär auf Evangelisation, Hauskreisarbeit und Gemeindegründung. Das in diesem Zusammenhang auch die Gemeinden vor Ort gestärkt werden sollen, ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Dass soll durch Zurüstung von Mitarbeitern, Förderung der Jugend- und Kinderarbeit und vor allem durch funktionierende Seelsorge geschehen.