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Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Bete so, als würde jedes Arbeiten nichts nutzen und arbeite so, als würde jedes Gebet nichts nutzen. (Luther)

Bat & Ruth Ulziikhuu


Familie Ulziikhuu

Es schien,  als würde es unmöglich sein, dass die Mongolen die frohe Botschaft von Jesus hören würden. Aber 1990 zerbrach der Kommunismus und Gott öffnete die Türen für das Evangelium. Ein Jahr später fand es auch den Weg in meine Stadt, Darhan, der zweitgrößten Stadt in der Mongolei. Ich war ein 16-jähriger Bandenanführer und beschäftigte mich viel mit Straßenkämpfen und Kungfu. Und um „cool“ zu sein, trank ich Wodka aus der Flasche und rauchte Zigaretten, wann immer ich die Gelegenheit bekam.

Im November 1991 hörten wir, dass eine neue Englischlehrerin an unsere Schule gekommen war und, dass sie Christin sei. Das Einzige, was ich über das Christentum wusste, war, dass es eine andere Religion sei und das beunruhigte mich stark. Das Letzte, was wir brauchten, war eine neue Religion! Ich überlegte, zu der Lehrerin zu gehen und sie herauszufordern. Mein Freund Boldoo und ich gingen also hin, aber wir wurden total von ihrer Freundlichkeit überrumpelt. Ich fragte sie, ob sie eine Christin sei und sie antwortete mit "Ja". Sie zeigte uns ihr mongolisches Neues Testament und lud uns zu sich nach Hause ein. Damit hatten wir nicht gerechnet, da 1991 eine wirklich harte Zeit war. Das Land litt unter starker Armut und kaum einer konnte etwas mit dem anderen teilen.

Als wir die Lehrerin besuchten, erzählte sie uns, dass Gott die Erde geschaffen hat. Das machte wirklich Sinn, denn ich hatte noch nie die Vorstellung gemocht, dass die Menschen von Affen abstammen sollten. Dann erzählte sie uns auch, dass Jesus Gottes Sohn sei und er bald zurück auf diese Erde kommen würde. Es war der interessanteste Glaube, von dem ich je gehört hatte. Aber ich hatte ein Problem: Ich war ein Bandenanführer und liebte Straßenkämpfe über alles. Ich erzählte allen meinen Freunden, dass das Kämpfen der Sinn meines Lebens sei und versprach ihnen, niemals damit aufzuhören. Aber jetzt hörte ich etwas total neues, etwas wirklich Interessantes. So sagte ich zu der Lehrerin: „Was Sie da sagen ist wirklich interessant. Ich wünschte wirklich, dass ich glauben könnte. Aber es gibt da ein Problem. Ich liebe es zu kämpfen und ich kann damit nicht aufhören.“ Aber sie gab mir zur Antwort: „Kein Problem, du kannst Christ werden und weiter kämpfen.“ Das warf mich um. Ich dachte, dass Christen „heilige Menschen“ seien.

Weil sie mir das gesagt hatte, war ich bereit, die Bücher zu lesen, die sie mir gab. Es war das Johannesevangelium und das Buch Hiob. Ich las zuerst Hiob, aber verstand nichts. Trotz allem las ich es durch. Dann begann ich mit dem Johannesevangelium - und es gefiel mir. Ich las während des Unterrichts, völlig in den Inhalt versunken. Ich las über Jesus, wie er den Menschen half und all diese wundervollen Wunder tat... Und zum ersten Mal in meinem Leben sah ich wirkliche Liebe, Hoffnung und Wahrheit im Leben und begann Jesus zu lieben. Aber als Jesus sterben musste, verstand ich es nicht. Während ich las, bat ich ihn, nicht zu sterben. „Bitte stirb nicht, tu es nicht!“ Er war wirklich meine einzige Hoffnung geworden. Aber er starb freiwillig. Ich begriff, dass Jesus die tapferste Person, die je auf der Erde gelebt hat, war. Als ein Bandenführer dachte ich immer, dass ich mutig sei, aber nun sah ich, dass Jesus noch viel mutiger war. Ich las weiter und kam zu der Stelle, wo er von den Toten auferstand. Ich war überglücklich! Mitten im Unterricht jubelte ich laut auf.

Am Ende des Buches war eine Erklärung, was ein Sünder ist und ein „Übergabegebet“, das man nachbeten konnte. Zum ersten Mal in meinem Leben realisierte ich, dass ich ein Sünder war, der falsch lebte. Jetzt erst verstand ich, dass Jesus für mich gestorben und auferstanden war.

Seit diesem Zeitpunkt hörte mein Wunsch nach alkoholischen Getränken, Zigaretten und sogar Kämpfen auf! Kungfu hatte mir kein ewiges Leben gegeben, aber Jesus hatte es getan. Er gab mir einen neuen Lebenssinn. Ich brauchte keine Kämpfe mehr!

Die Englischlehrerin, mein Freund Boldoo (er war auch gläubig geworden) und ich trafen uns weiter zum Lesen des Neuen Testamentes. Wir waren die ersten zwei Christen in der ganzen Stadt! Damals wussten wir noch nicht einmal wie man beten musste, aber es war der Beginn unserer Gemeinde, der wirklich ersten Gemeinde in unserem Land außerhalb der Hauptstadt.

Heute sind Boldoo und ich Leiter dieser Gemeinde. Gott hat uns mit vielen Dingen beschenkt und gesegnet. Die Gemeinde wächst und wir glauben, dass noch viele große Dinge geschehen werden.

Ruth Ulziikhuu

Als ich geboren wurde, waren meine Eltern Missionare in West-Afrika. So hörte ich das Evangelium, als ich noch ein Baby war. Mit vier Jahren traf ich die Entscheidung für Jesus und begann dann mit acht Jahren die Bibel zu lesen. Ich hatte viele Zweifel, ob all diese Geschichten über Gott wirklich wahr waren, doch ich las weiter. Auch mit anderen Büchern beschäftigte ich mich, wie z.B. Lebensgeschichten von Menschen, die etwas mit Gott erlebten und wie ihr Leben verändert wurde. Wenn man über alle Bereiche der Bibel nachdenkt – z.B. wie sie entstanden ist, wie das Leben vieler Menschen weltweit zum Guten verändert wird, dass die Dinge, die die Bibel über den Menschen sagt, wahr sind, der hohe moralische Standard, den sie vertritt - ich denke, dann muss man einfach schlussfolgern, dass es wahr ist und so tat ich es. Seitdem habe ich Gott viele Male erfahren, wie er mich leitet, wie er für mich sorgt… 1992 wurde ich zu einem Einsatz auf dem Missionsschiff MV Doulos geführt. Dort traf ich auch meinen Ehemann Bat. Ich fing an, die Mongolei kennen zu lernen. Durch verschiedene kleine Dinge zeigte mir Gott, dass das das Land sei, wohin ich gehen sollte. Z.B.: ich schaute mir ein Buch für Kinder an, das sie zum Gebet für verschiedene Länder und Volksgruppen anleitet. Darin fand ich eine Beschreibung des Lobi-Stammes – das war sehr aufschlussreich für mich, denn mit diesem Stamm war ich aufgewachsen – und die nächste Seite war über die Mongolei. Es war, als ob ich einen kurzen Blick auf meine Vergangenheit und Zukunft geworfen hatte. Und als dann Bat und ich zusammen kamen, war es eine Bestätigung. Was Bats Ruf in die Mission betrifft – er wollte schon immer in der Mongolei dienen. Während seiner Zeit auf dem Schiff erhielt er auch dafür die Bestätigung, als er sah, wie viele Dinge Gott überall auf der Welt tut. Nun, da wir denselben Ruf hatten, war es ein Leichtes, ein Ehepaar zu werden und gemeinsam an die Arbeit zu gehen!

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